Rasseportrait: Das Murgesepferd

Rasseportrait: Das Murgesepferd
Geschichte und Gegenwart des Murgesepferds

Das Murgesepferd stammt aus der Region Apulien in Süditalien, genauer aus dem Gebiet der Kalkhochebene Murge in den Bezirken von Bari, Taranto und Brindisi. Die Rasse wird anerkannt und gezüchtet durch die ANAMF (Associazione Nazionale Allevatori del Cavallo delle Murge e dell’Asino di Martina Franca). Alle Fohlen werden bevor sie 1 Jahr alt sind., mit Mikrochip und Equidenpass (mit Abstammung) versehen.

MurgesepferdDas Murgesepferd zeichnet sich durch seine ausgepraegte Widerstandsfaehigkeit und seine hohe Anpassungsfaehigkeit an unterschiedliche Klimazonen aus. Seiner Kindheit auf ungastlichem, steinigem Untergrund in feuchtkalten Wintern und heissen, trockenen Sommerzeiten verdankt er seine soliden Beine und die breiten, gesunden und harten Hufe. In Apulien wird das Murgesepferd seit jeher gefahren und ist daher scheufrei, nervenstark und von hoher Ausdauer. Sein ausgeglichener Charakter erleichtert das Arbeiten, daher wird er auch immer oefter als Therapiepferd eingesetzt. Er liebt ausgedehnte Wanderritte auch besonders auf schwierigem Terrain, da er es an Trittsicherheit nicht fehlen laesst. Ein ideales und unkompliziertes Freizeitpferd also – obschon er sich auch gerne foerdern laesst fuer hoehere Lektion, wie das klassiche-barocke Reiten und die Dressurarbeit allgemein.

 

Exterieur

  • Kopf: ein gerades oder leicht ramsnasiges Profil, nicht schwere, breite Stirn, korrekte Ohren, sehr große, ausdrucksvolle Augen, große und bewegliche Nüstern
  • Hals: muskulös, gut angesetzt mit viel Behang
  • Rücken: kurz und muskulös
  • Brust: groß und muskulös
  • Körper: gute Gurtlage
  • Extremitäten: stabil in mittlerer Länge, Vorderbeine und korrekte Stellung
  • Gang: entspannt, guter Schritt und Trab, gut im Takt
  • Hufe: korrekte, runde und sehr stabile schwarze Hufe
  • Farbe: Rappen
  • Stockmass: 155-168 cm

Interieur

  • Temperament: ausgeglichen, aber lebendig
  • sehr robust
  • leichtfuttrig
  • anpassbar an die meisten Gelände

Zuchtgeschichte

Die Ursprünge des Murgesepferds gehen zurück bis ins XIII. Jahrhundert, zu den legendären Kriegspferden des Kaises Friedrich II. von Stauffen. Der Kaiser hegte eine ausgeprägte Leidenschaft für Pferde und eine große Liebe für Apulien, wo er seine Burg Castel del Monte baute. Damals hatte der Kaiser drei Gestüte in diesem Land. Dort züchtete er mit großer Passion Murgesepferde. Friedrich II. von Hohenstauffen liebte diese Rasse auch wegen ihrer Verwendung in der Falknerei, seinem Lieblingssport.

Fuer den Koenig von Neapel war der Murgese “das beste Pferd der Welt”. Er fuehrte die Zucht der Murgesen weiter und liess sich die Pferde aus Apulien nach Neapel bringen. Nobel, stark, unerschrocken und mit harter Gesundheit – Attribute, die den Murgesen als Kriegspferd auszeichneten. Der Lippizaner stammt vom Murgesen ab; der Neapolitaner mit hoechster Wahrscheinlichkeit ebenfalls. Zwischen dem XV. und XVI. Jahrhundert kam die Republik Venedig in das Land der Murge, wo das wichtigste Gestüt des Landes “La Cavallerizza” existierte. Die Murge wurde damals wegen ihrer großen Weideflächen hochgeschätzt.

Ende des 19. Jahunderts wurde die Zucht nur noch auf bäuerlicher Ebene betrieben, und das Murgesepferds als Arbeitstiere eingesetzt.

Um 1920 sollte die Rasse gemäß dem italienischen Landwirtschaftsministerium gefördert werden, da sie auszusterben drohte. Erst viel später bildeten sich die grundlegenden Hengststämme Nerone, Granduca und Araldo delle Murge, die heute anhaltend Bedeutung für die Zucht haben.
Die einzige erlaubte Farbvariante zum Rappen ist der Mohrenkopf, der sogenannte “cabeza di moro”. Sie machen nur ganze 3% der Murgese-Population aus. Laut Historikern wurde der erste “Graue” 1962 in Martina Franca gekoert. Er wurde gemeinsam mit seiner Mutter registriert, die hoechstwahrscheinlich eine Norikerstute war.
Die italienische berittene Polizei setzt schon lange auf das Murgesepferd. Juengst wurde die berittene Garde des italienischen Praesidenten in Rom durch hochgewachsene Murgesen ersetzt.

Bei Interesse freuen wir uns ueber Ihre Nachricht an Contact Form oder direkt an info@parcopiano.com.

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